Tipps und Tricks

Achtung beim Abzug von Mehrwertsteuer durch die Versicherung

Nach einem Unfall wird der Schaden durch die gegnerische Versicherung mehr oder minder freiwillig ersetzt. Aber nicht immer korrekt, gerade beim Abzug der Mehrwertsteuer kommt es immer wieder zu Problemen.

Hintergrund des Problems ist, dass Mehrwertsteuer nur zu ersetzen ist, sofern und soweit sie tatsächlich angefallen ist. Wenn nach einem Unfall mit Totalschaden der Schaden aufgrund eines Sachverständigengutachtens abgerechnet wird, dieses aber einen Wiederbeschaffungswert mit Mehrwertsteuer ausweist, wird von Versicherungen immer wieder aus diesem Betrag die Mehrwertsteuer errechnet und in Abzug gebracht. Dies ist jedoch nicht richtig, denn die Versicherung dürfte lediglich aus den Gewinn des Händlers einen Abzug für die Steuer vornehmen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel:

Ein Sachverständigengutachten geht von einem Bruttowiederbeschaffungswert von 6.000 € aus. Hieraus errechnet die Versicherung einen Mehrwertsteueranteil von 827,59 € und zahlt dem Geschädigten lediglich 5.172,41 € aus. Dies ist jedoch nicht zutreffend, wenn es sich um einen Gebrauchtwagen handelt. Nur die Differenz zwischen dem Preis zu dem der Händler das Fahrzeug einkaufte und dem Verkaufspreis, unterliegt der Steuer.

Nachdem diese Spanne des Händlers üblicherweise nicht bekannt ist, kann die hieraus resultierende Mehrwertsteuer nicht errechnet, sondern regelmäßig nur geschätzt werden. Üblich sind hier 2% des Beschaffungswertes. Damit ergibt sich bei unserem Beispiel ein Abzug von 120,00 €, die Versicherung müsste also weitere 707,59 € zahlen.

In diesem Sinne entschied z.B. das AG Leonberg.

Sollte also bei einem Verkehrunfall eine Versicherung Abzüge für die Mehrwertsteuer vorgenommen haben, empfiehlt es sich die Abrechnung genau zu überprüfen und ggf. einen Anwalt einzuschalten.

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